Ultraleichte Bekleidung und Ausrüstung für Ultralight Trekking

Laufbursche huckePäckchen – Ein paar Eindrücke vom SUL-Rucksack aus Cuben

Man kommt sich gerade vor, als wäre ein Hype ausgebrochen in der Art und Weise, als ob gerade das Auto erfunden worden ist. Oder wie kommt Ihr Euch vor, wenn jemand in der Ultralight-Gemeinde das Wort “Laufbursche” in den Mund nimmt?

Ich finde, es werden immer alle sehr hysterisch *g*

Ob nun die Ausrüstungsschmiede “Laufbursche” aus Köln so eine bahnbrechende Erscheinung ist, wird sich im Laufe der Jahre noch zeigen und da sehe ich das derzeitig noch nüchtern und aus weiter Entfernung , da ich selber noch kein Laufbursche Produkt besitze und dem Hype noch nicht ganz so verfallen bin. Das “Hype-Potential” ist auf jeden Fall  bei den Produkten vorhanden und man wünscht dem “Nachbarn” das Beste.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist der offizielle Shop noch nicht geöffnet und so gibt es bislang nur auserlesene Blogger, die die Ausrüstungsgegenstände wie Tarps oder Rucksäcke testen und kaufen können.Gemeinsam haben jedoch alle Laufbursche Artikel im Netz, dass man in höchsten Tönen die Produkte lobt. Nun ja, dann versuchen wir uns mal mit einer kleinen Prise Humor an einen kritischen Artikel ;-)

Auf unserer letzten Tour hatten wir mal die Gelegenheit den kleinen Bruder des beliebten huckePack anzuschauen, dass wohl huckePäckchen genannt wird. Sollte ich den Namen falsch schreiben oder den Rucksack gar falsch bezeichnen, so sei mir bitte verziehen. Wie man sieht, Namen sind für mich Schall und Rauch, mal lese ich via Twitter HugePack, dann mal huckePack und das gleiche beim kleinen Rucksack. Ich denke mal, dass man hier den zukünftigen Shopstart  abwarten muss, um den korrekten Namen zu lesen. Im folgenden nenne ich den “Kleinen” nun mal huckePäckchen, was sich ja ganz nett anhört.

Mangels Waage, Zollstock etc.pp. soll dieser Artikel lediglich meine Eindrücke wiedergeben und den Interessierten Fotos liefern. Übrigens bin ich ohnehin der Meinung, man möge sich lieber direkt von Produkten eine Meinung bilden, als sich zu sehr auf die Sachen zu verlassen, die in Magazinen oder eben im Web stehen. Insofern schaut Euch die Bilder an, versucht den Rucksack gegebenfalls mal auf Forumstreffen usw. in Augenschein zu nehmen und macht Euch ein eigenes Bild. Vielleicht nicht umbedingt bei den Laufbursche Produkten, aber bei vielen Produkten, die ich in den letzten Jahren in den Händen halten und testen durfte, es sind Samples und somit immer Momentaufnahmen.

Daten

Bei den Daten kann ich nur Werte über Dritte wiedergeben, denn ich selber habe mich für diese Rucksäcke noch nicht wirklich interessiert. Die Gründe hierfür liegen weniger an den Produkten selber, sondern eher darin begründet, dass ich zu viele Rucksäcke mein eigen nennen darf und man noch keinen Nachfolger sucht. Das Gewicht soll wohl (Konjunktiv!) bei ~200 g liegen, das Volumen bei ~37 l, wobei der Deckel nach oben hin auch noch etwas mehr Platz zur Verfügung stellt, wenn der Hauptsack bereits voll ist. Rein von den Werten natürlich optimal für ein SUL-Rucksack.

Eindrücke

Ab hier muss man noch mal darauf hinweisen, dass es sich beim Laufbursche huckePäckchen um einen SUL-Rucksack handelt. Was ist SUL? Die ganze Welt braucht für alles eine Klassifizierung, da gibt es Klassen bei Eier, Merkmale in der Statistik und eben auch Klassen im Rucksackgewicht.

Super Ultralight (SUL)
1,8 bis 2,3 kg
Ultralight (UL)
Unter 5,5 kg
Geringes Gewicht (L)
5,5 bis 9 kg
Traditionell
9-14 kg

Wenn man nun einen Rucksack für SUL Touren betrachtet, so liegt man bei dem Basisgewicht inkl. Rucksack (ohne Nahrung, Wasser, Treibstoff und den Sachen am Körper) bei max. 2,3 kg. Behält man im Hinterkopf, dass in diesen 2,3 kg auch noch der Schlafsack, die Isomatte und das Zelt hinein gerechnet wird, ist klar, dass beim Rucksack auch das Gewicht und insofern an den Details optimiert werden muss. Wenn man nun den Rucksack mit den Maßstäben eines klasssischen Trekking-Rucksack und seiner ~ 2 kg Eigengewicht bewertet,  so hat man das Prinzip SUL nicht wirklich verstanden ;-)

Tourgewicht

Wieviel der Rucksack nun bei der Sorpe Tour tatsächlich gewogen hat, kann ich leider nicht beurteilen. Eine Veröffentlichung der Packliste ist aber auch nicht wirklich hilfreich, da viele Ausrüstungsgegenstände wie Tarp, Quilt und Primaloftkleidung MYOG-Produkte Made by Krampenschiesser sind. Auch hier wieder klar der Unterschied zur klassischen Ausrüstung wo ich Produkt A lese und direkt Vergleichswerte im Netz finde.

Tragekomfort

Ich selber habe den Rucksack nicht getragen, sondern mein Tourpartner. Es schien aber, als wäre der Laufbursche Rucksack angenehm zu tragen, jedoch bin ich auch der Auffassung, dass ein Rucksackgewicht von 5 kg, optimal gepackt, sich ebenfalls problemlos und fast nicht spürbar von A nach B tragen lässt. Es sei denn man ist natürlich zart beseitet ;-) Als Rückenpolster dienten beim huckePäcken zwei Elemente einer Therm-a-Rest Z-Lite, die man, wie man auf den Bildern sieht gut auf der Rückseite mit der bewährten Kordellösung befestigen kann.

Die Frage ist aber auch, warum schreibe ich über den Rucksack, wenn ich ihn selber nie getragen habe? Zum einen antworte ich mit der Gegenfrage “Wieso sollte ich?!” Bei einem SUL Rucksack habe ich in meinen Augen keinen Anspruch auf ein umfangreiches Tragesystem. Salop gesagt reicht auch ein Sea 2 Summit SilNylon Rucksack völlig aus, wenn er mit Evazote gepolstert  (meine SUL Kombi) ist, denn 2,3 kg sollten nicht wirklich wahrnehmbar sein. Was man aber auch als außenstehender  Mitläufer beurteilen kann und das kann jeder, der sich Ausrüstungsgegenstände bei den Tourpartnern anschaut, ist A) die Verarbeitung und B) das Handling. Gerade Punkt B kann man bei anderen immer besser beurteilen, als bei sich selber. Da ich die beiden Punkten immer besonderes Kaufentscheidend finde, gibt es demzufolge auch so einen Artikel auf ul-trekking.de Noch dazu sieht man es ja als Konsument, bevor ich etwas kaufe, versuche ich so viele Infos und Bilder zu finden wie nur möglich und genau das versuche ich hier zu bedienen.

Mit dem Versuch einer objektiven Pro & Contra Liste wage ich mich mal die jeweiligen Punkte, die mir als Beobachter gut  und welche die mir überhaupt nicht gefielen.

Pro

Schaut man sich die Außentaschen an, so erkennt man, dass man darin zahlreiche Ausrüstungsgegenstände verstauen kann. In Regenpausen kann man sich von der Hardshell befreien und stopft sie bequem in die vordere Außentasche, um sie beim nächsten Regen wieder ruckzuck anziehen zu können.

Die Seitentaschen sind ebenfalls gut geschnitten. Egal ob man nun in der Bewegung ist oder ob man steht, man kann eigentlich immer in die Taschen greifen und die Karte oder Trinkflasche entnehmen. Ich habe zumindestens nicht erlebt, dass Christian das HuckePäckchen absetzen musste. In dem Punkt ein klares Lob an den Laufburschen und die Hoffnung, dass man so einen Schnitt auch bei anderen Rucksäcken erleben darf.

Als Erweiterung interessant und gut sind die beiden Seitentaschen, die es optional gibt.  Als Inhalt passte locker eine Panasonic Lumix DMC rein bzw. Sachen wie Stirnlampe, Kompass und Snacks. Einen Einwand muss man jedoch äußern, denn die Seitentaschen sind eher für das Laufbursche huckePack gedacht und insofern nicht ganz so proportional und leicht. Wenn man jedoch schon immer eine kleine Tasche für die Digitalkamera gesucht hat, so wird man dem SUL-Gedanken etwas “fremdgehen”.

Der Deckel sah auch gut aus und wie schon oben geschrieben, gibt es hier noch mal das ein oder andere zusätzliche Liter Volumen, wenn man den Deckel nicht stramm runterzieht. Von der Konstruktion als solches ist der Deckel aber auch besser und wirkungsvoller als die Lösung die z.B. GoLite beim Jam verwendet.

 

Contra

Ich bin grundsätzlich kein Freund von weißem Cuben, denn es wirkt einfach nur wie ein Sack, den man bei den Entsorgern für kompostierbaren Abfall bekommt. Desweiteren finde ich es nicht immer klasse, wenn man von außen schon sieht, was sich im Rucksack verbirgt. Prinzipiell kann man den huckePack oder eben das huckePäckchen auch noch in anderen Cubenfarben erhalten. Zum Cuben sei aber auch noch mal erwähnt, dass es dann doch dickeres Cuben war, als ich vorab erwartet hätte.

Schlucken musste ich persönlich aber erst einmal wo ich die ungefähren Preise gehört habe. Ok, man produziert nicht in Asien, sondern im beschaulichen und teuren Köln in Eigenarbeit, man verwendet teures Cuben und kein 08/15 SilNylon, aber für einen kleinen Rucksack im nahezu Daypack Format ist es erst einmal überraschend gewesen, wenn man solche Preise überhaupt nicht mehr gewohnt ist. Wenn man sich die beiden Seitentaschen auch noch gönnt, so sind auch noch einmal ein paar € pro Seite fällig. Ich gebe zu, ich rechne in falschen Maßstäben, aber eine Tatonka Dodger Tasche kostet 10 € in der größten Ausführung und einen wasserdichten RV kann man prinzipiell auch für wenige € einnähen. Um diesen Vergleich aber aufrecht zu erhalten müsste man jedoch erst einmal wissen, wieviel die Seitentaschen wiegen und könnte sie so besser mit Alternativen vergleichen. Andere SUL-Rucksäcke aus Amerika oder Japan liegen noch dazu bei den Importpreisen im gleichen Rahmen. Man muss aber auch eingestehen, dass die anderen Preisen keine Beratung und das eigene Mitwirken am Fertigstellungsprozess beinhalten. Legt man es grundsätzlich darauf an, so könnte man ein absolutes Unikat beim huckePack oder huckePäckchen bekommen und das ist natürlich für die eigenen Ansprüche ein unbezahlbarer Mehrwert. Wer hat denn schon einen Rucksack oder allgemein einen Ausrüstungsgegenstand der das alles hat, was man will und das alles nicht hat, worauf man schon immer verzichten konnte?

Was mir persönlich aber auch nicht so gut gefiel war der Brustgurt. Ok, man hat nun einen SUL-Pack vor sich und ja, die ganzen Details, die man von schwereren Rucksäcken anderer Klassen kennt, sind nun etwas aufs wesentliche reduziert, jedoch finde ich diese Lösung in der Form, dann doch eher als künftiges Opfer des Rotstifts. Die Einstellung ist dann doch eher Fummelkram und mit so einem dünnen Faden kann ich mir das ganze noch nicht so richtig vorstellen. Wie ich aber hörte, gibt es da aber auch Veränderungen nach Wunsch und für mich dann auch ein Punkt bei dem ich im Fertigstellungsprozess mitwirken würde.

Naja, das ist nun aber auch alles meine persönliche Meinung und wie oben schon geschrieben, bildet Euch Eure eigene Meinung 😉

Fazit

Interessanter (S)Ultralight-Rucksack mit den besten Eigenschaften wie Leichtigkeit, genügend Volumen und guter Verarbeitung. Bis auf den dann doch zu vertretenden Preis hätte ich nichts zu bemängeln, denn wie oben schon geschrieben bekommt man Beratung & die Möglichkeit sich den Rucksack nach seinen Wünschen herzustellen.

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About the Author

Seit gut 10 Jahren stets ultraleicht auf Tour im hohen Norden und in Südeuropa. Auf Tour ist man selbst als Grammjäger unterwegs und greift dort gern aus Überzeugung zur leichten Ausrüstung und Bekleidung, wobei dies jedoch eher "gemäßigt" praktiziert wird. "Grenzwertige" Experimente im nicht minder interessanten "super-ultralight backpacking"-Bereich finden hingegen meist am Wochenende auf kurzen Touren statt. Das Ergebnis ist hoffentlich eine interessante Mischung aller Facetten des Leichtgewichtswandern auf Ultraleicht-Trekking.

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