Ultraleichte Bekleidung und Ausrüstung für Ultralight Trekking

Four Dog Stoves Bushcooker LT I – der nahezu All-in-One Kocher verbrennt Holz, Spiritus und Esbit-Tabs

Ein Punkt in jeder Packliste ist die Outdoor-Küche, die gerade bei uns je nach Tour stark variiert. Für Touren im Winter ist ein Multifuel-Kocher wie der Primus Multifuel fester Bestandteil unserer Packliste. Wenn ich mit Steffi auf Tour war, so war ein Gaskocher bislang immer unser Kocher für unterwegs.

Auf Solotouren habe ich mich mal über diverse Möglichkeiten an das Thema Spirituskocher gewagt und nun stand ein weiterer Schritt an, denn es gibt ja auch noch den guten Holzkocher.

Bei meinem Spirituskocher brauchte ich ohnehin mal einen vernünftigen Windschutz und hatte da schon auf einen Caldera Cone spekuliert. Durch Zufall bin ich dann auf die Marke FourDog aufmerksam geworden und fand die Bushcooker für Tests interessant, denn zum einen konnte man darin Holz verbrennen, aber auch einen Spirituskocher nutzen. Mühsam in Übersee muss man auch nicht mehr bestellen, sondern kann es bequem im Trekking-Lite-Store ordern.

Seit ein paar Wochen beschäftigen wir uns mit dem Thema Billigflieger und Rucksack als Handgepäck, wo sich so ein Alles-Verbrenner ganz gut als Reisekocher machen würde. Holz findet man überall und auch Spiritus sollte einen nicht vor allzu großen Problemen stellen, ansonsten gibt es ja auch noch die Esbit Tabs die ebenfalls beim Four Dog Kocher verwendbar sind.

Von Four Dog Stoves gibt es übrigens verschiedene Kocher-Größen, also je nachdem ob man die Soloküche oder doch eher die Gemeinschaft in einer Gruppe bevorzugt.

Ich hatte mich passend zu meinem Esbit Titan Topf mit 750ml für den Four Dog Bushcooker LT I entschieden, denn ich würde ihn in erster Linie als Kocher für Solotouren verwenden.

Der Lieferumfang ist recht überschaubar und spartanisch. Eine Unterlage aus Titan in kreisrunder Form soll die Asche auffangen und den Boden vorm Kocher schützen und umgekehrt. Als Sprituskocher wird eine kleine Aludose verwendet. Der Bushcooker LT hat wie der Caldera Cone eine Form wie ein Kegel und passt perfekt in den Esbit Topf hinein. Die Topfträger sind punktgeschweißt am Metall und bleiben starr.

Solche Kocher kann man natürlich nicht unbenutzt in der Ecke liegen haben, insofern wurde gestern direkt mal Holz gesammelt und die ersten Holzversuche getätigt, wobei dies kein Testchrakter hat, denn es diente lediglich der Bildung des ersten Eindrucks.

Auffallend sind die Details am Kocher. Prinzipiell kann man natürlich den Eindruck haben, was soll an dem Kocher schon besonderes sein? Ist doch eh nur Metall in Kegelform mit Topfträger. Das stimmt so nicht ganz. Wie ein lustlos entworfenes Stück Blech wirkt der Kocher nicht, denn der Entwickler hat sich doch schon sehr mit der Materie beschäftigt. Für den Grammjäger und für die Robustheit ist der Kocher aus Titan.

Ein Blick in den Kocher bringt einen Zwischenboden im unteren Bereich ähnlich einer Turbine zum Vorschein.

Im unteren Abschnitt befinden sich Lüftungslöcher um den Kocher, die genau dort enden, wo die „Turbine“ anfängt. Beim oberen Teil befinden sich Löcher, die vom Boden hinaufführen.

Im Praxiseinsatz zog der Kocher sehr gut Luft und zeigte richtig Power. Jedesmal wenn ein Windzug aufkam, so zeigte der Kocher besonders viel Leistung und ging dabei nicht aus, wie man es beim Grillen usw. erleben kann. Durch die Form und den Details hatte man immer schön erkennbar einen Kamineffekt.

Kleiner Wermutstropfen ist der Abstand zwischen Topf und Bushcooker, wodurch zu viel Luft ging und der Kochvorgang in die Länge gezogen wird. Gerade wenn man den Kocher aus dem Bauch heraus benutzt und wahllos Äste hineinwirft, wird man keine kurze Kochzeit erreichen.

Verbesserung bietet ein kleiner Windschutz aus stabiler Alufolie, die man z.B. aus einer LasagnePackung vom Italiener um die Ecke bekommt und nun um den Topf wickelt und über die Topfträger zieht.

In der zweiten Versuchsrunde habe ich dann auch mal die Äste/Stöcke kleiner gebrochen und in Dreieckform aufgetürmt. Das „Handbuch“ gibt an, man möge dies bis unter den „Kaminlöchern“ auftürmen. Als Anzündhilfe diente ein Tempo mit ein „Schuss“ Spiritus.

Die Alufolie habe ich nun um die Topfträger gebogen. Das Ergebnis war eine deutliche Verbesserung der Leistung und zeigte mir, dass man da noch reichlich Optimierungspotential hat. Wenn ich den Kocher mal öfters benutzt habe, so werde ich dem auch noch mal einemausführlichen Testbericht widmen.

Zum Schluss noch ein Blick auf das Gewicht und da liegt man bei 88 g für den Lieferumfang, aufgeteilt in 64 g für den Kocher, 10 für die Unterlage und noch mal 14 g für die Aludose. Wenn man sich überlegt. dass man theoretisch nur mit Holz kochen kann, dass man sich jeden Tag neu sucht, so ist das eine sehr gute Alternative zum Monatauk Gnat, der 47 g ohne Brennstoff wiegt und bei dem man bekanntlich eine Gaskartusche vom ersten bis zum letzten Tag der Tour transportieren müsste.

Fazit:

Ein sehr interessantes Produkt, bei dem ich mir sicher bin, dass ich damit noch sehr viel Zeit verbringen werde.

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About the Author

Seit gut 10 Jahren stets ultraleicht auf Tour im hohen Norden und in Südeuropa. Auf Tour ist man selbst als Grammjäger unterwegs und greift dort gern aus Überzeugung zur leichten Ausrüstung und Bekleidung, wobei dies jedoch eher "gemäßigt" praktiziert wird. "Grenzwertige" Experimente im nicht minder interessanten "super-ultralight backpacking"-Bereich finden hingegen meist am Wochenende auf kurzen Touren statt. Das Ergebnis ist hoffentlich eine interessante Mischung aller Facetten des Leichtgewichtswandern auf Ultraleicht-Trekking.

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