Ultraleichte Bekleidung und Ausrüstung für Ultralight Trekking

Evernew Ti Alcohol Stove DX Set – Mehrstoffkocher aus Titan im Review

Denkt man an vorherige Touren, so gab es oftmals Stress bei der Beschaffung von Brennstoffen für den Outdoor-Kocher am Reiseziel. Es ist ja kein Geheimnis, dass man sich vor Reisebeginn mit dem Thema „Der fliegende Kocher“ beschäftigen sollte und zu dem Ergebnis kommt, dass man sich erst im finalen Reiseland mit Gaskartusche oder Spiritus eindecken kann. Für uns Grund genug, sich mal mit dem Evernew Ti Alcohol Stove DX Set als Mehrstoffkocher zu beschäftigen. Warum es kompliziert machen, wenn es doch auch so einfach geht?!?

Ob man nun an Südeuropa denkt, an die Ankunft zum Wochenende in Schottland oder auch an die vielen anderen Touren mit ähnlichen Beginn. Ist der Anreisetag so durchgetaktet, dass man entweder am Anreisetag „Zeit“ hat, wenn die Shops gerade schließen oder man bisweilen den ersten Tag nur damit verbringt, vor Ort einzukaufen, das Beschaffen von Gaskartuschen ist oftmals dabei eine Tortur gewesen. Seit einigen Touren greifen wir immer mal wieder für solche Momente lieber direkt zum Spirituskocher, da man Spiritus in der Regel schon in Supermärkten oder Tankstellen bekommt. Neuerdings schauen wir aber auch mal beim Leichtgewichtswandern auf die Mehrstoffkocher, denn damit ist man nahezu autark im Brennstoffsegment. Ein interessanter Vertreter für uns Grammjäger ist eben das Ti Alcohol Stove DX Set, dass Ihr genauso wie wir im Shop der Bergfreunde erwerben könnt.

Evernew Ti Alcohol Stove DX Set

Evernew Ti Alcohol Stove DX Set Bild  005

Sicherlich war das Gewicht von unter 100 Gramm für unser Interesse mitentscheidend, jedoch war weniger das Gewicht für unseren Wunsch nach einem Test des Evernew Ti Alcohol Stove DX Set ausschlaggebend, sondern die Vielfältigkeit des Mehrstoffkocher. Auch wenn man natürlich Abstriche aufgrund seiner Vielseitigkeit eingehen muss, kann der Mehrstoffkocher aus Titan immerhin mit Spiritus, Holz oder Trockenbrennstoff (Esbit) betrieben werden und wäre so für uns der ideale Reisekocher.  Eines dieser Brennstoffe wird man bei der Ankunft ganz sicher bekommen.

Gewicht: 90 g (Gesamtgewicht) = Kocher 34 g, Windschutz/Oberteil 24 g, Unterteil 26 g, Grating 6 g

1. Eindruck

Evernew Ti Alcohol Stove DX Set Bild  003

Insgesamt wirkt das Set sehr filigran. Das Material ist sehr dünn und vorallem auch sehr leicht. Egal ob man nun den eigentlichen Spirituskocher, die Basis oder eben den Windschutz (Aufsatz) meint, die einzelnen Bestandteile bestehen im vorliegenden Set alle aus Titan. Will mich nicht festlegen, aber wer die gut 116 € scheut, der bekommt das Set einzeln und auch als günstigere Variante.

Vom Umfang her ist der Kocher schon breiter als anfänglich erwartet. Man erwischt sich in diesem Fall wieder selbst dabei, dass man trotz vorliegender Werte in den Onlineshops diese gar nicht beachtet. Das Packmass ist aber trotzdem verschwindend gering. Man muss aber auch sagen, dass der Umfang deutlich größer als erwartet ist und manch eine Tasse als Transportbehälter nicht mehr passt. Wer superultraleicht unterwegs ist und gern Tassen statt Töpfe verwendet, der sollte mal genauer nachmessen. Die Kehrseite vom Umfang ist jedoch auch im positiven Sinne, dass er groß genug für kleinere und mittlere Töpfe ist. In unserem Fall wäre dies z.B. der Vargo BOT. Größer als einen 1,4 Liter Topf würde ich vielleicht nicht empfehlen. In unserem Fall fiel die Wahl auf den BOT, da der Kocher nicht unnötig im Topf klappern bzw. er eben auch samt Topf klein und handlich verpackbar bleiben sollte.

Abmessungen: Packmaß 8,5 x 6,5 cm, aufgebaut 8,5 x 10 cm, der einzelne Dosenkocher 7 x 4,2 cm

Four Dogs Bushcooker LT1 im bisherigen Praxistest

Four Dogs Bushcooker LT1 im bisherigen Praxistest

Wie man auf den Fotos sieht, hatten wir zuvor den Four Dogs Bushcooker LT1 auf unseren Touren dabei und sicherlich kann man diesem als Holzkocher mit seinem Kamineffekt eine höhere Qualität in der Kochzeit zusprechen, nur ist der Evernew Ti Alcohol Stove DX deutlich schöner im Topf verpackt. Der Four Dogs Kocher brauchte da schon einen Topf wie den Esbit Titantopf, der Evernew verschwindet dafür in nahezu jeden Topf oder Tasse. Verglichen mit dem Bushcooker hat der Evernew Ti DX den Windschutz nun auch im Lieferumfang, während man den Windschutz beim Bushcooker seperat erwerben musste und er durch die beiden Heringe etwas sperriger war. Vergleicht man beide Kocher, so ist der Evernew trotz seiner längeren Kochzeit durchaus sympathischer, da anders als beim Bushcooker nun auch der Rest der Outdoor-Küche problemlos neben dem Kocher im Topf Platz findet.

Flammenbild des Four Dogs Bushcooker LT1 im bisherigen Praxistest

Flammenbild des Four Dogs Bushcooker LT1 im bisherigen Praxistest

Ein sehr verlockendes Detail beim Evernew Kocher ist die Umbauarbeit, die man so betreiben kann, wenn man z.B. statt Holz Trockenbrennstoff oder Spiritus verbrennen mag. Dadurch kann man beispielsweise die Flamme näher an den Kochtopf führen und so intensiver bzw. schwächer mit Spiritus kochen. Der „Trick“ ist dabei, dass man die einzelnen Elemente einfach verkehrt herum aufeinander stellt oder die entfernbare Auflage so positioniert, dass man das Holz oder den Trockenbrennstoff auf den richtigen Abstand hält. Es ist alles eine Frage, wie Ihr die Basis auf den Windschutz steckt bzw. eben auch die „Zwischenebene“ positioniert. Je nach Aufbau kann man mit Holz, Trockenbrennstoff oder eben mit dem Evernew Dosenkocher aus Titan kochen.

Evernew Ti Alcohol Stove DX Set Bild  006

Mehrstoffkocher im Praxistest?!?

Das Evernew Ti Alcohol Stove DX Set hat bislang außer auspacken und ein paar Trockenübungen auf Tagestouren mit den verschiedenen Brennstoffen noch keine mehrtägige Tour erlebt, wo man sich intensiver mit dem Kocher hätte beschäftigen können und man es als richtigen Praxistest bezeichnen könnte. Bislang kam leider immer etwas dazwischen (Color Run) oder ein anderer Kocher (Primus/Optimus) kam auf unseren Trekkingzouren in den vergangenen Wochen zum Einsatz. Vielleicht bietet sich aber in den kommenden Tagen die Gelegenheit den Evernew Kocher auf einer etwas längeren Tour mit wenig Gepäck dauerhaft für die Zubereitung diverser Gerichte zu testen. Natürlich werden wir darüber wieder im Anschluss bei uns auf den Seiten berichten. Bis dahin ist der Artikel zum Kocher natürlich noch nicht abgeschlossen und Vorschläge zum Test weiterhin willkommen.

Fazit

Das bisherige Fazit fällt aber durchaus positiv aus. Auch wenn man bis dato noch nicht mehrmals am Tag mit dem Kocher gekocht hat, so präsentiert er sich mit einem attraktiven Packmass im Vargo BOT und natürlich auch mit seinem leichten Aufbau.Vielseitig ist er in seiner Brennstoffwahl und genauso auch bei seinen Einsätzen. Egal ob ihr nur Camping macht, ihr mit dem Boot oder Rad unterwegs seid oder Eure Touren im Stil des Backpacking stattfinden, ihr seid nahezu autark und habt ein Kocher dabei, wo man bis auf in der Wüste unterwegs mit Sicherheit etwas brennbares vorfindet.

Ohne jetzt die einzelnen Kocher exakt in ihrem Kochverhalten gemessen zu haben, wirkt der Evernew jedoch langsamer als der Bushcooker LT 1 im Hobo-Einsatz bzw. als der Caldera Cone im Spiritus Einsatz. Warum der Evernew trotzdem gut in unserem Eindruck abschneidet würde ich darin begründen, dass er genau die Personen anspricht, die gerne mit so wenig Gewicht wie möglich unterwegs sein wollen. Das gesamte Set wiegt nicht einmal 100 Gramm. Darüber hinaus ist der Evernew gerade in Gestalt als Spirituskocher flexibler, da man die Flamme je nach Wunsch näher unter den Topf bekommt. Gerade wenn die Temperaturen sehr niedrig sind und man den Eindruck hat, dass der Kocher nicht genug Hitze abgibt, kann die „Power Plate“dafür sorgen, dass der Kocher oder der Trockenbrennstoff näher an die Topfunterseite kommt.

Der Artikel wurde uns vom Hersteller oder Shop zu Testzwecken und zur Produktvorstellung zur Verfügung gestellt. Unsere Meinungen & Bewertungen sind jedoch unabhängig von Samples oder Vorgaben irgendeiner Art.
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About the Author

Seit gut 10 Jahren stets ultraleicht auf Tour im hohen Norden und in Südeuropa. Auf Tour ist man selbst als Grammjäger unterwegs und greift dort gern aus Überzeugung zur leichten Ausrüstung und Bekleidung, wobei dies jedoch eher "gemäßigt" praktiziert wird. "Grenzwertige" Experimente im nicht minder interessanten "super-ultralight backpacking"-Bereich finden hingegen meist am Wochenende auf kurzen Touren statt. Das Ergebnis ist hoffentlich eine interessante Mischung aller Facetten des Leichtgewichtswandern auf Ultraleicht-Trekking.

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