Ultraleichte Bekleidung und Ausrüstung für Ultralight Trekking

Cumulus Quilt 250 – Der ultraleichte Daunenquilt aus Polen

Lange Zeit musste man darauf warten, nun gibt es von Cumulus auch sehr interessante Quilts für leichtgewichtige Touren und wie es scheint, exklusiv im Trekking-Lite-Store.

Mit zwei Modellen, dem Cumulus Quilt 250 und dem Cumulus Quilt 150 bedient der Shop gleich zwei Zielgruppen. Wer einen Quilt für die warmen Nächte im Sommer sucht, der hat mit einem minimalen Komfortwert von +10°C (nicht nach Norm EN13537) den Quilt 150, wer es wie wir etwas universeller mag, der greift mit einem minimalen Komfortwert von +3°C (ebenfalls nicht nach Norm EN13537) zum Quilt 250.

Rein von der Optik und der maximalen Körperlänge bis 185 cm erinnert der Quilt stark an den Cumulus X-Lite 200. Innen und außen ist der Daunenschlafsack aus einem knallroten Pertex Quantum mit 30 g/m2 gefertigt. Die inneren Werte können mit einer Füllung aus polnischen Gänsedaunen 96/4 und mindestens 850 cuin glänzen, die wiederum ordentlich in einer H-Kammer Konstruktion verteilt sind. Statt den 200 g wie beim X-Lite 200 hat der Cumulus Quilt 250 nun 50 g mehr Daune.

Da wir beide Cumulus Daunenschlafsäcke besitzen, neigen wir natürlich dazu, diese auch zu vergleichen:

Hat man beim X-Lite 200 noch das Problem gehabt, dass man nur in den Schlafsack hineinrutschen konnte, hat man hier  eine sehr weite Öffnung, vorausgesetzt man vergisst nicht die warme verschließbare Halskrause zu öffnen. Die Halskrause lässt sich mit einer Schnalle verschließen. Wer will kann die Quilts dadurch auch unter einer Isomatte fixieren. Ansonsten gibt es noch die Bungee-Cord Verbindungen durch die der Quilt mit der Isomatte fixiert wird. Von den drei Verbindungen lassen sich zwei mit Tanka noch mal in der Länge verstellen. Der erste Eindruck ist hierbei der, dass die Kordel sehr großzügig bemessen ist. Grammjäger greifen da gern noch mal zur Schere und wie Hendrik im Shop so schön schreibt, dadurch lässt sich noch mal 10 g einsparen.

Beim Gewicht verlassen wir uns mal auf die Shopangabe, die wie immer plenibel nachgewogen werden. Der Trekking-Lite-Store gibt hierbei 476 g für den Quilt und  noch einmal 14 g für den Packsack an. Das Packmaß hat einen Durchmesser von 15 cm und eine Länge von 23 cm. Wie auch bei den anderen Schlafsäcken würde ich auch hier wieder zu Packsäcken von Sea2Summit tendieren. Nachdem man sonst zuvor die Ultra-Sil Packsäcke genutzt hat, offenbaren sich mit den neuen Sea To Summit Ultra-Sil Nano Drysack noch einmal leichtere Modelle. Über den Daumen gepeilt liegen anfänglich zwischen jedem Modell 7 g, wodurch z.B. der 4 Liter Packsack in der Nano Variante auch gerade mal 19 g wiegt und bereits vollkommen wasserdicht ist.

Zum Lieferumfang vom Ultralight-Schlafsack gehört auch hier wieder ein Aufbewahrungsbeutel, der bereits genannte Packsack und Ersatz Cord, sollte man mal zu viel abgeschnitten haben 😉

Verarbeitung

Bevor der Quilt nun richtig zum Einsatz kommt, bietet sich der Blick auf die noch jungfräuliche Verarbeitung an. Die Nähte sind sauber und ordentlich. Das halbe Federvieh kommt uns auch noch nicht entgegen und was uns besonders gut gefällt sind die Materialien.

Mit Pertex Quantum hat man bereits mehrfach etwas zu tun gehabt, interessanter sind jedoch die Schnallen und Tanka. Hierbei wurde nicht irgendeine x-beliebige Schnalle oder Tanka genutzt, sondern wie es sich für eine ultraleicht Cottage gehört, hat man auch hier wieder nur das zweckmässigste Material genommen. Die handelsüblichen Teile sind meist viel zu groß und dadurch in der Summe unnötig schwer. Beim Quilt gibt es nun alles in Miniform.

Handling

Wenn man eine Gewichtseinsparung haben will, so greift man zu den großen Drei, d.h. Schlafsack, Isomatte und Zelt. Wer es radikal haben will, der greift eben zu einem Daunen-Quilt. Mit einem Quilt hat man zum einen für warme Nächte den Luxus einer Decke, wenn es kühl wird in der Nacht wohl eines der schönsten Schlafsysteme.

Nicht gerade optimal mit einer rechteckigen Matte wie der Exped SynMat 7 UL kombinierbar, ist der Quilt zusammen mit warmer Schlafkleidung und dann einer Mumienmatte ein geniales System. Normalerweise liegt man eh die Isolierung auf dem Rücken platt. Warum also nicht gleich weglassen? Das gleiche gilt für die Kapuze, denn wo soll der Bedarf sein, wenn man ohnehin auf Tour eine warme Mütze dabei haben wird?

Als unruhiger Schläfer kann man sich in dem Cumulus Quilt sehr wohl fühlen. Man schläft locker eingerahmt im Quilt und Isomatte, kann sich nach Lust und Laune drehen, die Isomatte bzw. der Quilt bleiben dort wo sie sein sollen. Wenn man die drei Bungee Cord-Verbindungen an der offenen Rückenseite wirklich nutzt, kann man den Quilt sehr gut fixieren und muss so in der Nacht kein kühles Lüftchen fürchten. Mit der Schnalle vom Wärmekragen haben wir diesen auch noch mal unter der Matte fixiert. Durch die Kordel im Wärmekragen kann man diese auch noch mal klein machen und hat so einen guten Kälteschutz in der Nacht.

Fazit

Vor Jahren vielleicht noch ein Exot gibt es immer mehr Quilts auf dem Markt. Cumulus überzeugt dabei mit einem guten Preis-/Leistungsverhältnis und vorallem mit guter Qualität, welche sie mit dem vorliegenden Cumulus Quilt 250 noch einmal unter Beweis gestellt haben.

War der Cumulus X-Lite 200 noch bislang unser Lieblingsschlafsack, so ist er nun durch eine hauseigene Konkurrenz geschlagen worden. Der Cumulus Quilt 250 behebt all die Nachteile, die wir beim X-Lite empfunden haben und bietet zugleich Vorteile, die wir wiederum schon beim Yeti VIB 150 entdeckt haben. Für uns ist der Quilt 250 von Cumulus eine klare Kaufempfehlung.

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About the Author

Seit gut 10 Jahren stets ultraleicht auf Tour im hohen Norden und in Südeuropa. Auf Tour ist man selbst als Grammjäger unterwegs und greift dort gern aus Überzeugung zur leichten Ausrüstung und Bekleidung, wobei dies jedoch eher "gemäßigt" praktiziert wird. "Grenzwertige" Experimente im nicht minder interessanten "super-ultralight backpacking"-Bereich finden hingegen meist am Wochenende auf kurzen Touren statt. Das Ergebnis ist hoffentlich eine interessante Mischung aller Facetten des Leichtgewichtswandern auf Ultraleicht-Trekking.

2 Enlightened Replies

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  1. bruggi sagt:

    Hi,
    mich würde die wärmeleistung des Cumulus Quilt 250 interessieren. Auf schlafsacke-cumulus.de wird die wärmeleistung mit dem lite line 300 verglichen, der Quilt 150 wäre dann dementsprechend also beim lite line 200 einzuordnen, was einer unteren komforttemperatur von 3° und nicht 10° entsprechen würde.
    Die Frage ist also ob der Quilt 250 wärmer als der X-Lite 200 ist oder doch nur auf demselben niveau.

    danke und lg

    • Christian | UL-Trekking.de sagt:

      Hallo Bruggi

      ich muss gestehen, dass ich wohl die Schlafsäcke nicht gut miteinander vergleichen kann und es eher subjektive Vergleiche gibt, die unterschiedliche Massstäbe besitzen. Zur Erklärung:

      Den X-Lite 200 habe ich mehrfach auf einer „rechteckigen“ NeoAir im Biwak-Einsatz gehabt und das erste mal seit sehr langer Zeit bei ~6°C kalte Nächte erlebt, so dass man die meiste Zeit nur auf dem Rücken liegend und mehr wach als schlafend die Zeit rumgekriegt hat. Hier lagen wir aber auch nach oben hin durch eine Schutzhütte vor Regen geschützt und konnten natürlich auch gut im Wind liegen.

      Der Quilt 250 kam bei mir überwiegend im geschlossenen Solozelt auf der Exped Matte zum Einsatz. Die r-Werte der Matten sind somit anders und zugleich auch die Rahmenbedingungen, die zwar in beiden Fällen um die 5 Grad lagen, aber eben durch den Umstand Zelt und Schutzhütte doch arg variieren.

      Ich traue dem Quilt 250 aber wiederum mehr Wärmeleistung zu, als dem X-Lite 200. Wichtig wäre hierbei aber auch die richtige Unterlage und da es die „alte“ NeoAir nicht mehr gibt und wir hier auch schon super Alternativen präsentiert haben, dürftest Du unabhängig deiner Schlafsackwahl auch warme Nächte bis 3 Grad in den jeweiligen Schlafsäcken erleben können. Vergessen solltest Du aber nicht, dass Schlafsäcke Cumulus wohl keine DIN Werte angibt. Nimmst Du also schön die Outdoorshops als Massstab und vergleichst nun die Schlafsäcke miteinander, dann hast Du wohl DIN vs. subjektive Herstellerangaben.

      Warum Schlafsäcke-Cumulus nun den Quilt 250 mit dem Lite Line 300 vergleicht bzw. den Quilt 150 mit X-Lite 200 kann ich Dir aber dadurch erklären, dass man den jeweiligen Vergleichsschlafsack wohl als Grundlage genommen hat und daraus den Quilt geschnitten hat. Die 50 Gramm weniger Daune wäre dann die Menge, die Du auf deiner Unterseite hättest, die man beim normalen Schlafsack platt liegt und man eben ohnehin mangels Bauschkraft nicht als Isolation mehr zählen könnte.

      Hoffe, dass ich Dir hiermit helfen konnte.

      Viele Grüße

      Christian

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